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Michael Hendriks von der Firma BITZER Kühlmaschinenbau GmbH referierte am Paul-Klee-Gymnasium...

...für die Neigungskurse Wirtschaft und Erdkunde zum Thema „Unternehmen“. Der Experte beleuchtete die aktuelle wirtschaftliche Lage kritisch:

„Man kann dem Braten noch nicht so trauen“

Die Wirtschaftskrise hat die Firma BITZER anscheindend überwunden: Die in Kälte- und Klimatechnik weltweit führende Firma BITZER erreicht hochgerechnet wieder einen Umsatz von annähernd 500 Millionen Euro, also wie vor der Krise. Jetzt aber bereits von einem Aufschwung zu reden, hält Michael Hendriks, Leiter der Technischen Kommunikation und Schulungen, für gewagt. Zumal die Preise unter Druck stehen, im Gegensatz dazu aber Rohstoff- und Energiepreise eher steigen. Das Gespenst einer Deflation stehe daher immer noch im Raum.

Einen starken Einbruch hatte die Firma BITZER infolge der Finanzkrise, die im Oktober 2008 begann. „Um das Überleben des Unternehmens zu sichern, musste auch BITZER zu konsequenten Sparmaßnahmen greifen: Wir führten wie viele Kurzarbeit ein, allerdings nur mit einer Verkürzung von 20 Prozent. Für die Mitarbeiter bedeutete dies jedoch ungefähr 10% weniger Lohn über mehrere Monate.“ Auslaufende Zeitarbeitsverträge wurden nicht verlängert und Leiharbeitskräfte mussten heraus genommen werden. Urlaubs- und Weihnachtsgeld wurden teilweise auf freiwilliger Basis gekürzt.

Neben der aktuellen Wirtschaftskrise und der Auswirkungen auf die Firma Bitzer bildeten folgende Themen Schwerpunkte: die Vereinbarkeit von ökonomischen, ökologischen und sozialen Unternehmenszielen, die Bedeutung des Entrepreneurships, internes und externes Marketing, Globalisierung und die Bedeutung des Standorts Rottenburg.

Michael Hendriks gibt den Schülern zu Beginn einen Überblick über die Schwerpunktthemen

Besonders interessierte die Schüler und Schülerinnen des Paul-Klee-Gymnasiums, was die im Bereich Kälte- und Klimatechnik international führende Firma BITZER in Deutschland und speziell in Rottenburg hält. Warum verlagert sie nicht wie Nokia die gesamte Produktion ins billigere Ausland? Hendriks zeigte anhand von Karten die dezentrale Struktur der Firma auf: BITZER-Niederlassungen gibt es auf allen fünf Kontinenten, in Europa, Asien, Amerika, Australien und Afrika. Vorteil dieser Struktur sei es „lokal in wichtigen Märkten präsent zu sein“, damit Kundenorientierung wie auch Service und Beratung gewährleistet werden könnten. Aus diesem Grund verfolgt BITZER das Ziel möglichst alle Standorte in den über 90 Ländern zu erhalten. „Auf diese Art können vor Ort schnell notwendige Entscheidungen getroffen werden, die in der jeweiligen Situation angemessen sind“, unterstrich Hendriks das Erfolgsrezept der Firma BITZER im internationalen Wettbewerb.

Dass die Firma am Standort Deutschland festhält, liegt „am vorhandenen Know-How und der erforderlichen hohen Präzision, die die BITZER-Mitarbeiter hierzulande an den Tag legen“. Weiterhin maßgeblich seien die gute Infrastruktur, die stabile politische Lage wie auch das Aushängeschild „made in Germany“. Da der Verwaltungssitz der Firma, also die Zentrale in Sindelfingen angesiedelt ist, seien die nahen Produktionsstandorte in Hailfingen, Seebronn und Ergenzingen wichtig,  „so kann ein Materialtourismus vermieden werden“. Dabei rechne es sich in Rottenburg mehr Lohn zu bezahlen als zum Beispíel in China, denn „es geht auch um die Produktivität, also darum wie viel ein Mitarbeiter pro Stunde, Woche oder Monat herstellen kann." Trotzt des hohen Lohns ist deswegen der Standort Deutschland für BITZER attraktiv.

Interessierte Schüler des PKGs wollen wissen, warum der Standort Rottenburg für Bitzer wichtig ist.

Neben der dezentralen Organisation sind zudem das interne und externe Marketing maßgeblich für den Erfolg: „Die Philosophie einer Firma, wie sie tickt und wie sie sich nach außen darstellt, sind tragende Säulen des Profits!“  Neben den Bedürfnissen der Kunden stehen deswegen die Bedürfnisse der Mitarbeiter im Vordergrund. Um  die Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden, sei eine anständige Bezahlung wichtig, darüber hinaus sollten sich die Mitarbeiter bei BITZER wohlfühlen, „denn Arbeit bedeutet auch Lebensqualität“, so der Experte. Und natürlich springen auch höhere Leistungen  heraus, wenn sich die Mitarbeiter mit der Firma Bitzer identifizieren.

Diese spezielle Unternehmenskultur erreiche das Unternehmen durch praktizierte Werte wie Offenheit, Ehrlichkeit und die Förderung von Teamwork und Eigeninitiative. Dabei seien die regelmäßige interne Kommunikation notwendig, wie auch Schulungen und Fortbildungsmaßnahmen. Die dadurch erzielte Qualifikation der Mitarbeiter wie auch das Verantwortungsbewusstsein für das Unternehmen schaffe die Voraussetzungen für Kreativität, Innovation und damit den Erfolg von BITZER.

Das externe Marketing der Firma Bitzer konzentriert sich wie in vielen Unternehmen auf Werbung, Dokumentationen, Broschüren und Internetauftritte.

Neben den ökonomischen und sozialen Zielen bilden ökologische Ziele bei BITZER einen Schwerpunkt. „Umweltschutz gehört zum Unternehmensziel, dabei sind energieeffiziente Produktion wie auch die ressourcenschonende Produktion wichtig“. Schadhafte Gussteile, Späne und Schleifstaub landen, so Hendriks, nicht im Müll, sondern gehen zurück zum Hersteller. „Dort werden sie eingeschmolzen und wiederverwendet“. Eine ständige Kontrolle, auch der Lieferanten, soll die Bemühungen im Umweltschutz sicherstellen. In einer Umwelterklärung macht BITZER als zertifiziertes Unternehmen darüber hinaus alle Maßnahmen in Punkto Umweltschutz transparent für die Öffentlichkeit. Nicht zuletzt dient auch die Vermarktung der Aktivitäten im Bereich Umweltschutz wieder der Werbung, also dem externen Marketing.

Bei all den Aktivitäten und dem Erfolg der Firma BITZER stellt sich natürlich die Frage nach dem Entrepreneurship, also danach wie Führungspersönlichkeiten ein solches Unternehmen erfolgreich managen und leiten. Neben dem externen und internen Marketing sind dabei Hendriks zufolge „Risikobereitschaft und Realitätsnähe“ wichtig.

Peter Schaufler als  Eigentümer des Unternehmens sei ein Kosmopolit, „er vereint Visionen mit Pragmatismus“. Investitionen in Forschung und Entwicklung, Umweltschutz, Kunstförderungen und soziales Engagement wie etwa die Beschäftigung leicht Behinderter Menschen sind dabei nur einige Pfeiler, die dem Unternehmen ein eigenes Profil geben und damit entscheidend zum Erfolg beitragen.

Herr Hendriks beantwortet Schülerfragen

Die Schülerresonanz im Paul-Klee-Gymnasium war durchweg positiv. Hier einige Schülerstimmen: „Die Präsentation war sehr gut ausgearbeitet, sehr aufschlussreich und informativ“ -  „Der Vortrag von Herrn Hendriks war toll!“ - „Wir hatten die Möglichkeit Fragen zu stellen, die Herr Hendriks mit praktischen Beispielen beantwortete, das leisten weder Buch noch Zeitungsartikel.“ -  „Ich finde es toll, dass Herr Hendriks seinen Vortrag auf die Schwerpunkte unserer Unterrichtseinheit abgestimmt hat, so konnten wir aus erster Hand viele Dinge vertiefen, die wir im Unterricht durchgenommen haben.“ -  „Es war interessant die Folgen der Wirtschaftskrise einmal direkt und persönlich aus der Sicht eines betroffenen Unternehmens zu erfahren“.

Im Namen unserer Schule ein herzliches Dankeschön an unser Partnerunternehmen BITZER!  

Susanne Pulvermüller

 
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