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„Eine einmalige Chance für uns!“

Für die 12er veranstaltete IBM ein Assessment-Center-Training am Paul-Klee-Gymnasium mit wertvollen Tipps rund ums Thema Bewerbung

„Du hast was zu bieten! Also sei du selbst!“

Dieser Freitag war für die Zwölftklässler des Paul-Klee-Gymnasiums kein gewöhnlicher Schultag. Wir bekamen Besuch von sechs jungen Mitarbeitern des amerikanischen IT-Unternehmens IBM. Andrea Diebold, Ralf Richter, Thomas Dorsch, Timo Pfister, Simon Ebel und Necati Ünal, alles Studenten der Firma IBM, begannen pünktlich um 7 Uhr 45 in der Mensa mit einem kurzen Vortrag zum Thema IBM Hochschulprogramme, anschließend folgte das Assessment-Center-Training.

Wussten die meisten von uns im Vornherein noch nicht einmal, dass es so etwas gibt, konnte sich im Laufe des Vormittages jeder der rund 60 anwesenden Schüler ein Bild davon machen.

Uns wurde die „einmalige Chance gegeben, unsere Fähigkeiten innerhalb eines Assessment-Center-Trainings mit Experten zu testen“, ohne dafür zu bezahlen. – Gewöhnlich sind derartige Trainingsphasen nicht umsonst!


Kurzer Ausblick auf das, was uns heute alles erwarten sollte.

Nachdem sich die Referenten einzeln vorgestellt hatten – sie studieren Dienstleistungsmanagement oder International Business Information Management – und einen Überblick über den Ablauf aufzeigt hatten, klärten sie uns zunächst über IBM selbst und auch über eine mögliche Berufsausbildung dort auf. Das Besondere am IBM Ausbildungskonzept dabei ist, dass man beim Studium an der Dualen Hochschule selbst bestimmen kann, in welche Bereiche man möchte.

Anschließend erfuhren wir, was es genau mit dem Assessment-Center auf sich hat: Es handelt sich dabei um ein Verfahren, das von Unternehmen durchgeführt wird, um sich zwischen mehreren Bewerbern zu entscheiden (von englisch to assess = beurteilen). Während dieses bis zu drei Tagen langen Seminars werden die Bewerber beobachtet und mithilfe von Rollenspielen, Gruppenarbeit, Fragebögen etc. auf fachliche Kompetenz, Unternehmenskultur und Soft Skills geprüft.

Einige dieser Übungen erwarteten uns an diesem Vormittag. Dabei achteten die Schüler auch stets als „Beobachter“ auf Faktoren wie Körperhaltung, Ausstrahlung und Kreativität, um anschließend ein konstruktives Feedback zu geben.

So wurden wir in drei Gruppen aufgeteilt, die die sechs jungen IBM-Mitarbeiter jeweils zu zweit in verschiedenen Klassenzimmern betreuten. Vor der eigentlichen Trainingsphase fand eine kurze Vorstellungsrunde statt. Dabei erfuhren wir unter anderem, dass die Studenten etwa 22 Jahre jung waren und 2007 Abitur gemacht hatten. Zum anderen sprachen wir über unsere eigenen Zukunftsvorstellungen. Während der Vorstellung wie auch in der gesamten Trainingsphase erfolgte die Kommunikation über das Arbeits-Du. Was folgte, war eine Selbstreflexion, in der wir uns Gedanken zu unserem Berufswunsch wie auch unseren Stärken und bereits gesammelten praktischen Erfahrungen machten.


Vorbereitung zur Selbstpräsentation.

Die nächste Aufgabe hatte bereits Präsentationscharakter mit anschließender Bewertung: „Wir wollen niemanden zwingen. Aber seht es als persönliche Chance, eine solche realitätsnahe Situation erleben zu können und euch zu testen.“, motivierte Ralf Richter. Und so stellten drei Freiwillige sich selbst und ihre berufliche Motivation mithilfe von Flipchart-Plakaten vor.

Bei dieser von einigen sicher zum ersten Mal vorbereiteten Selbstpräsentation kam es besonders auf die Kreativität an, da „etwas Besonderes bei den Beobachtern hängen bleiben sollte“. Für die Leute aus der Personalabteilung zähle eben jener erste Eindruck, unterstrich Necati Ünal, „damit sie sich auch noch später positiv an eure Präsentation erinnern“.


Die Studenten gingen jederzeit auf Fragen von uns ein.

Beim Feedback, das immer zunächst durch den sich präsentierenden Schüler selbst, dann durch die Schüler als Beobachter und schließlich durch die Studenten erfolgte, wurden etliche Verbesserungsvorschläge genannt: Zum Beispiel, dass man eigentlich keine Stichwort-Karten gebrauchen sollte („Je freier, desto besser“), oder dass eine Einleitung und ein Fazit wichtig sind, wobei immer auf den Blickkontakt zum Angesprochenen geachtet werden sollte. Außerdem gilt es, die fünf Minuten, die man zu seiner Selbstpräsentation bekommt, dazu zu nutzen, Eigenschaften wie Teamfähigkeit, Lernbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein und Hilfsbereitschaft hervorzustreichen und  mit persönlichen Beispielen zu belegen. Sehr wichtig ist auch ein sogenannter „Ohrenöffner“, das heißt eine kreative Idee und deren Umsetzung, die einen von anderen Bewerbern abhebt.
Auch ein hilfreicher Hinweis war, dass es ja keinen im Raum gebe, der besser Bescheid über einen selbst weiß, als eben man selbst: „Es gibt also eigentlich keinen Grund, nervös zu sein“.

Dabei berichteten die IBM-Mitarbeiter auch über ihre persönlichen Erfahrungen. Über die Schwierigkeiten, als sie selbst einmal überraschend eine solche Aufgabe innerhalb von zehn Minuten vorbereiten mussten. „Wir waren darauf nicht so gut vorbereitet, wie ihr es nun dank des Trainings seid“. Schließlich soll man in der Präsentation so viel Positives wie nur möglich von sich präsentieren, was bei den meisten mit einer gewissen Vorbereitung besser gelingt als spontan.


Die Schüler standen unter Druck, beinahe wie bei einem richtigen Bewerbungsgespräch.

Nach einer Pause ging es dann weiter mit dem wichtigen Thema Bewerbungsgespräch. Dabei können Dinge erfragt werden, die möglicherweise in der Selbstpräsentation nicht ans Licht kommen. Wieder konnten drei Schüler in Form eines Rollenspiels eine solche Gesprächssituation üben: Die IBM-Studenten stellten typische Fragen an die Schüler, deren Auftreten anschließend bewertet wurde.

Das Fazit für die Schüler: Ein Bewerbungsgespräch lässt sich als Bewerber gut überstehen, wenn man sich zum Beispiel vorher ausreichend über das Unternehmen informiert; sich schon im Vorfeld auf  Standard-Fragen, wie etwa „Haben Sie auch Schwächen?“, eine Antwort überlegt oder nachfragt, wenn man eine Frage nicht auf Anhieb versteht. Außerdem gilt, dass man sich nicht zu allem – zum Beispiel zu jahrelangen Auslandsaufenthalten – im Vorfeld bereit erklären muss, auch wenn man denken könnte, es würde erwartet werden. „Das Privatleben geht auch mal vor.“, so Ralf Richter. Man soll sich also nicht verbiegen und vor allem „immer ehrlich sein“! Zudem müsse man sich vor Augen halten, dass, wenn man es erst einmal zu einem Gesprächstermin geschafft hat, dies bedeutet, dass man sich bereits unter vielen anderen Bewerbern durchgesetzt hat. Die gegenüber sitzenden Interviewer haben also zunächst einmal positive Erwartungen. „Ihr bittet nicht einfach nur um diesen Job. Ihr habt auch etwas zu bieten! Also seid ihr selbst.“, motivierte Timo Pfister.

Man soll sich also nicht nervös machen lassen, auch nicht durch eventuelle Fragen auf englisch oder „gemein“ erscheinende Interviewer.

Besonders wichtig ist auch, dass das Bewerbungsgespräch sich nicht zu einem reinen Frage-Antwort-Verhör entwickelt, es geht um ein gemeinsames Gespräch.


Die Mitschüler achteten stets auf Kriterien wie Berufsmotivation, Teamfähigkeit oder Lernbereitschaft.

Gegen Ende machten wir dann noch eine Übung zum Thema Teamfähigkeit. Dabei wurden wir in Vierergruppen aufgeteilt und diskutierten gemeinsam eine Aufgabe, bei der jede Gruppe schließlich dank der gegenseitigen Absprache zu weitaus besseren Ergebnissen gelangte als durch Einzelarbeit.

Wichtig bei der Arbeit im Team ist zum Beispiel, dass man sich in die Diskussion einschaltet, auch wenn man sonst ein eher ruhiger Typ ist, dass man stille Teammitglieder mit einbezieht und dass niemand Konflikten durch einfache Anpassung seiner Meinung ausweicht.

Um 12 Uhr fanden sich dann alle in der Mensa zu einem kurzen Abschluss und Fazit wieder. Wir konnten  - wie bereits zuvor - jederzeit Fragen stellen. Darüber hinaus wurde uns auch angeboten, über Visitenkarten oder E-mail Kontakt mit den Studenten aufzunehmen: „Ihr findet uns auch bei facebook!“. Und natürlich konnten auch wir ein Feedback zum Vormittag abgeben. Dieses fiel mit großer Mehrheit sehr positiv aus: „Die Atmosphäre war sehr gut.“, „So etwas haben wir noch nie gemacht, das war wirklich mal was Neues und interessant!“, „Ihr habt das sehr gut gemacht. Vielen Dank!“


Zum Abschluss trafen sich alle in der Mensa zusammen um ihre Erfahrungen auszutauschen.

Es war ein wirklich sinnvoller und hilfreicher Vormittag, der allen Beteiligten Spaß gemacht hat. Alle Schüler gaben auf die Frage, ob sie das Assessment-Center-Training an unserer Schule weiterempfehlen würden, ein eindeutiges „Ja“. Verbesserungsvorschläge sind beispielsweise, dass mehr als drei Schüler sich präsentieren können sollten; dass also insgesamt mehr Zeit zur Verfügung stehen sollte.

Gefallen haben den Schülern besonders die informativen Übungen, die realen Situationen und die persönlichen Erfahrungsberichte der jungen Studenten. Gerade jetzt kurz vor dem Abitur sind die PKGler dankbar für derartige Tipps und Hilfen zum Thema „Beruf und Zukunft“.

Wir hoffen also, dass sich die Zusammenarbeit zwischen dem Paul-Klee-Gymnasium und dem Unternehmen IBM institutionalisiert, sodass auch die nächsten 12er Kurse vom Assessment-Center-Training mit IBM-Vertretern profitieren können.

Von unserer Seite nochmals ein herzliches Dankeschön an die sechs engagierten Studenten und das Unternehmen IBM für das großzügige und sinnvolle Angebot!

Lisa Keller (Text), Hanna Schnürer (Umfrage) und Sara Temizkan (Fotos)

 
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